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Ländervergleiche

Kroatien oder Portugal

Beides sind europäische Küsten mit einem eigenen Nomadenvisum und einer fast identischen Einkommensschwelle, also liegt der eigentliche Unterschied bei Steuer und Community. Kroatien lockt mit einer Steuerbefreiung auf Auslandseinkünfte, solange du den Aufenthaltstitel hältst; Portugal bietet eine größere, eingespielte Remote-Szene, hat aber den Steuervorteil abgeschafft, der früher alle anzog.

Kroatien oder Portugal

Im Vergleich

Kroatien Portugal
Digitalnomaden-Visum Digital nomad temporary stay permit Digital Nomad Visa (D8)
Einkommensvoraussetzung ~EUR 3,622.50/Monat (Digital Nomad Residence Permit, jährlich indexiert; alternativ Ersparnisse ~EUR 43,470/Jahr) ~EUR 3,680/Monat (D8 digital nomad visa, etwa das Vierfache des Mindestlohns)
Steuerliche Ansässigkeit Steuerlich ansässig wirst du ab 183 Tagen. Solange du die Aufenthaltserlaubnis hältst, bleiben ausländische Einkünfte von der kroatischen Steuer befreit, und für Abkommenszwecke giltst du nicht als steuerlich ansässig. Steuerlich ansässig bist du nach 183 Tagen oder mit Hauptwohnsitz in PT. Das alte NHR ist geschlossen, an seine Stelle tritt das eng gefasste IFICI (NHR 2.0).
Lebenshaltungskosten Mittel Mittel
Währung EUR EUR
Gesundheitsversorgung Als Besucher bist du über das öffentliche System Kroatiens nicht abgesichert, deshalb brauchst du eine Reise- oder private Krankenversicherung. Für eine Aufenthaltserlaubnis musst du außerdem für die gesamte Dauer eine ausreichende Krankenversicherung nachweisen. Bei Kurzaufenthalten greifst du als Ausländer auf eine Reisekrankenversicherung oder eine EU GHIC/EHIC für medizinisch notwendige Behandlungen zurück. Wer hier wohnt, meldet sich beim öffentlichen Gesundheitssystem Portugals (SNS) an.
Führerschein Für kurze Aufenthalte genügt dein heimischer Führerschein. Fahrern von außerhalb der EU wird allerdings ein Internationaler Führerschein empfohlen, und manchmal verlangen ihn Polizei oder Mietwagenfirmen. Als Besucher darfst du bei Kurzaufenthalten meist mit einem gültigen ausländischen Führerschein fahren. Ein internationaler Führerschein ist empfehlenswert und für manche Staatsangehörigkeiten, etwa Inhaber eines indischen Führerscheins, praktisch unverzichtbar.

Das Fazit

Beim Geld ist Kroatiens Trumpf, dass Auslandseinkünfte in der Regel von der kroatischen Steuer befreit sind, solange du den Aufenthaltstitel hältst, was Portugal seit dem Ende des NHR und mit seinem viel engeren Nachfolger nicht mehr bietet. Doch im Alltag gewinnt Portugal: Englisch fast überall, ein dichteres Nomadennetzwerk und ganzjährig taugliche Orte über eine einzige Stadt hinaus, auch wenn Lissabon und Porto auf rund 1.500 bis 2.400 Euro im Monat geklettert sind. Kroatien kostet eine Spur weniger, etwa 1.600 bis 1.900, doch die Szene ist kleiner und die Küste leert sich vom Herbst bis zum Frühjahr. Die Einkommensschwellen liegen nah beieinander, etwa 3.622 Euro für Kroatien und 3.680 für Portugal, lass also die Steuerlast und den Lebensstil entscheiden, nicht die Visumshöhe, und kläre beides vor deiner Zusage mit dem Konsulat.

Nimm Kroatien, wenn du als Remote-Arbeiter von außerhalb der EU eine Basis in Zagreb willst, dir vor allem die Steuerbefreiung auf Auslandseinkünfte des Aufenthaltstitels wichtig ist und dich eine ruhigere, saisonale Szene nicht stört.

Nimm Portugal, wenn du Englisch fast überall, eine große, bereits etablierte Nomadengemeinschaft und ganzjährig atlantischen Lebensstil willst und damit leben kannst, dass der alte Steuervorteil weg ist.

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