Zum Inhalt springen
voymo

Ländervergleiche

Portugal oder Georgien

Portugal bietet dir eine Basis innerhalb der Europäischen Union und einen längst ausgetretenen Nomadenpfad, doch das D8-Visum verlangt rund 3.680 Euro im Monat und die Mieten in Lissabon steigen weiter. Georgien lässt fast jeden ein ganzes Jahr ohne Visum bleiben und besteuert dich womöglich mit nur 1 Prozent auf den Umsatz, liegt aber außerhalb der EU und hat seine Regeln zur Fernarbeit seit März 2026 verschärft.

Portugal oder Georgien

Im Vergleich

Portugal Georgien
Digitalnomaden-Visum Digital Nomad Visa (D8) Ja
Einkommensvoraussetzung ~EUR 3,680/Monat (D8 digital nomad visa, etwa das Vierfache des Mindestlohns) ~$2,000/Monat (oder ~$24,000 Erspartes) über das Remote-Arbeits-Programm Remotely from Georgia. Für den visafreien Aufenthalt von 365 Tagen brauchst du keinen Einkommensnachweis.
Steuerliche Ansässigkeit Steuerlich ansässig bist du nach 183 Tagen oder mit Hauptwohnsitz in PT. Das alte NHR ist geschlossen, an seine Stelle tritt das eng gefasste IFICI (NHR 2.0). Steuerlich ansässig bist du nach 183 Tagen in einem beliebigen rollierenden 12-Monats-Zeitraum. Bis zu einem Umsatz von GEL 500,000 gilt die Kleinunternehmerregelung mit 1%. Ausländische Einkünfte bleiben nach dem Territorialprinzip steuerfrei, doch Arbeit, die du vor Ort in Georgien erledigst, zählt als georgische Einkunftsquelle.
Lebenshaltungskosten Mittel Niedrig
Währung EUR GEL
Gesundheitsversorgung Bei Kurzaufenthalten greifst du als Ausländer auf eine Reisekrankenversicherung oder eine EU GHIC/EHIC für medizinisch notwendige Behandlungen zurück. Wer hier wohnt, meldet sich beim öffentlichen Gesundheitssystem Portugals (SNS) an. Ausländer zahlen ihre Behandlung selbst und können sich nicht in Georgiens staatlichem Gesundheitssystem anmelden. Eine umfassende Reise- oder Krankenversicherung ist deshalb ein Muss. Private Kliniken in Tbilisi und Batumi sind ordentlich und günstig.
Führerschein Als Besucher darfst du bei Kurzaufenthalten meist mit einem gültigen ausländischen Führerschein fahren. Ein internationaler Führerschein ist empfehlenswert und für manche Staatsangehörigkeiten, etwa Inhaber eines indischen Führerscheins, praktisch unverzichtbar. Einen gültigen ausländischen Führerschein erkennt Georgien in der Regel bis zu rund 12 Monate ab Einreise an. Danach brauchst du zusätzlich zu deinem Führerschein einen International Driving Permit oder gleich einen georgischen Führerschein.

Das Fazit

Beim Geld gewinnt Georgien: Tiflis liegt bei etwa 1.000 bis 1.200 Dollar im Monat gegenüber 1.500 bis 2.400 Euro in Lissabon, und das Kleinunternehmerregime mit 1 Prozent ist schwer zu schlagen, wenn du die Voraussetzungen erfüllst. Doch der Haken ist real: Arbeit, die du körperlich in Georgien erledigst, gilt meist als georgisches Einkommen, nicht als ausländisches, und der visumfreie Status garantiert kein Arbeitsrecht mehr vor Ort. Portugal kostet mehr und besteuert dich als Ansässigen jenseits der 183 Tage, seit das NHR geschlossen ist, dafür bekommst du EU-Aufenthalt, eine verlässliche Gesundheitsversorgung, fast überall Englisch und einen Weg, den andere schon vorgezeichnet haben. Keiner der beiden ist ein Selbstläufer: Georgien belohnt den schlanken, mobilen Alleinverdiener, Portugal belohnt jeden, der sich wirklich in Europa niederlassen will.

Nimm Portugal, wenn du eine langfristige europäische Basis mit solider Gesundheitsversorgung, leichtem Englisch und späterem EU-Aufenthalt willst und die D8-Einkommensschwelle von rund 3.680 Euro erreichst.

Nimm Georgien, wenn du als schlanker, mobiler Alleinverdiener kaum Bürokratie, einen visumfreien Aufenthalt von 365 Tagen und einen möglichen Steuersatz von 1 Prozent schätzt und dir das Leben außerhalb der EU nichts ausmacht.

Die vollständigen Leitfäden lesen

In die Praxis umsetzen

← Ländervergleiche