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Ländervergleiche

Portugal oder Griechenland

Zwei Länder der Eurozone, zwei sehr unterschiedliche Wetten: Portugal bietet dir einen gut ausgetretenen Weg, fast überall Englisch und eine gereifte Remote-Work-Szene, während Griechenland eine etwas niedrigere Einkommensgrenze, eine zweijährige verlängerbare Aufenthaltserlaubnis und das Inselleben bereithält. Die eigentliche Spannung liegt zwischen etablierter Infrastruktur und einem günstigeren, sonnigeren Alltag, und keiner der beiden Steuervorteile ist für einen Nomaden gedacht, der ausländische Kunden abrechnet.

Portugal oder Griechenland

Im Vergleich

Portugal Griechenland
Digitalnomaden-Visum Digital Nomad Visa (D8) Digital Nomad Visa
Einkommensvoraussetzung ~EUR 3,680/Monat (D8 digital nomad visa, etwa das Vierfache des Mindestlohns) ~€3,500/Monat nach Steuern (Greece Digital Nomad Visa, 2 Jahre, verlängerbar)
Steuerliche Ansässigkeit Steuerlich ansässig bist du nach 183 Tagen oder mit Hauptwohnsitz in PT. Das alte NHR ist geschlossen, an seine Stelle tritt das eng gefasste IFICI (NHR 2.0). Steuerlich ansässig bist du ab mehr als 183 Tagen oder wenn dein Lebensmittelpunkt in Griechenland liegt. Die 50%-Ermäßigung gilt nur für Arbeit aus griechischer Quelle, nicht für ausländisches Einkommen.
Lebenshaltungskosten Mittel Niedrig
Währung EUR EUR
Gesundheitsversorgung Bei Kurzaufenthalten greifst du als Ausländer auf eine Reisekrankenversicherung oder eine EU GHIC/EHIC für medizinisch notwendige Behandlungen zurück. Wer hier wohnt, meldet sich beim öffentlichen Gesundheitssystem Portugals (SNS) an. Wer über den Nomaden- oder Aufenthaltsweg kommt, braucht eine private Krankenversicherung. Besucher deckt das griechische öffentliche System nicht ab. Wer dagegen als Ansässiger gemeldet ist und einzahlt, hat Zugang zur öffentlichen Gesundheitsversorgung.
Führerschein Als Besucher darfst du bei Kurzaufenthalten meist mit einem gültigen ausländischen Führerschein fahren. Ein internationaler Führerschein ist empfehlenswert und für manche Staatsangehörigkeiten, etwa Inhaber eines indischen Führerscheins, praktisch unverzichtbar. Neben deinem nationalen Führerschein empfiehlt sich ein International Driving Permit. Für kurze Aufenthalte wird ein britischer Führerschein aber meist ohnehin akzeptiert.

Das Fazit

Für die meisten gewinnt keines der beiden Länder eindeutig, also hängt die Wahl davon ab, was du im Alltag willst. Portugal liegt beim Ökosystem vorn: eine englischsprachige, gut vernetzte Szene in Lissabon und Porto, ein Einzelbudget von rund 1.500 bis 2.400 Euro im Monat und das D8-Visum, das etwa 3.680 Euro stabiles Remote-Einkommen verlangt, auch wenn der NHR-Nachfolger (IFICI) eng gefasst und wohl nichts für dich ist. Griechenland kontert mit einer niedrigeren Schwelle, rund 3.500 Euro im Monat nach Steuern, einer zweijährigen verlängerbaren Aufenthaltserlaubnis und günstigeren Lebenshaltungskosten, sobald du Athen verlässt, doch seit Anfang 2026 musst du den Antrag vor der Anreise beim Konsulat stellen, und der viel zitierte Steuernachlass von 50 Prozent gilt nur für eine neu aufgenommene Tätigkeit innerhalb Griechenlands, nicht für die Abrechnung ausländischer Kunden. Steuerlich greifen bei beiden für gewöhnliche Remote-Arbeit die 183-Tage-Regel und die normalen lokalen Sätze, behandle also jede Zahl hier als Schätzung und bestätige die aktuellen Grenzwerte beim Konsulat, bevor du dich festlegst.

Nimm Portugal, wenn du einen etablierten, englischfreundlichen Landeplatz mit der größten Remote-Work-Community und dem breitesten Unterstützungsnetz willst und die etwas höhere Einkommensgrenze schaffst.

Nimm Griechenland, wenn du eine niedrigere Einkommensgrenze, eine zweijährige verlängerbare Aufenthaltserlaubnis und günstigeres Insel- oder Festlandleben willst und es dir nichts ausmacht, den Antrag vor dem Umzug beim Konsulat zu stellen.

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