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Glossar

Working-Holiday-Visum

Mit einem Working-Holiday-Visum reisen junge Erwachsene, in der Regel zwischen 18 und 30 Jahren (bei manchen Nationalitäten bis 35), meist bis zu einem Jahr durch ein anderes Land und dürfen dort jobben, um die Reise zu bezahlen. Möglich ist das nur zwischen Ländern mit einem bilateralen Abkommen.

Hinter einem Working-Holiday-Visum steht eine Abmachung zwischen zwei Ländern: Junge Leute aus beiden dürfen eine längere Zeit im jeweils anderen verbringen und unterwegs jobben. Der Urlaub ist der Zweck, die Arbeit bezahlt ihn. Für viele ist es die erste Kostprobe vom Leben im Ausland. Eine Saison im Skiort, ein Jahr Schichten im Café, Erntearbeit zwischen zwei Roadtrips. In Deutschland sagt man dazu meistens einfach „Work and Travel“.

So funktioniert es

Ein weltweites Working-Holiday-Visum gibt es nicht. Jedes Programm beruht auf einem bilateralen Abkommen, also einem Vertrag zwischen genau zwei Ländern. Was du bekommst, hängt deshalb ganz von deinem Pass ab. Ein Land kann sein Programm Japanern anbieten und Deutschen nicht. Oder es bietet es beiden an, aber mit eigenen Regeln, Altersgrenzen und Kontingenten für jedes Partnerland.

Ein paar Dinge haben fast alle Programme gemeinsam:

  • Eine Altersgrenze. Immigration New Zealand beschreibt seine Programme als gedacht für Menschen „in der Regel zwischen 18 und 30, in einigen wenigen Ländern zwischen 18 und 35“. Australiens subclass 417 teilt genauso ein: 18 bis 30 (oder 35). Kanadas International Experience Canada (IEC) macht es umgekehrt: 18 bis 35, für manche Länder 18 bis 30.
  • Ein Aufenthalt mit Enddatum. Neuseelands Programme laufen in der Regel bis zu 12 Monate.
  • Geld und ein Weg nach Hause. Neuseelands Programm für Deutschland verlangt zum Beispiel mindestens 4.200 NZD für den Lebensunterhalt und ein Ticket für die Ausreise (oder das Geld dafür). Dahinter steckt dieselbe Idee wie beim Finanzierungsnachweis für andere Visa.
  • Grenzen für die Arbeit. Im selben neuseeländischen Programm darfst du jeden Job annehmen, nur keine Festanstellung. Studieren darfst du höchstens sechs Monate des Aufenthalts.
  • Plätze, die ausgehen können. Manche Programme haben Jahreskontingente. Kanadas IEC arbeitet mit Pools und Einladungsrunden, und die verbleibenden Plätze werden im Lauf der Saison veröffentlicht.

So machen es Australien, Neuseeland und Kanada

Australien hat zwei Visa daraus gemacht: das Working Holiday visa (subclass 417) und das Work and Holiday visa (subclass 462). Jedes steht einer anderen Liste von Pässen offen. Für das 417 musst du laut Department of Home Affairs 18 bis 30 Jahre alt sein (für manche Länder 35) und darfst nicht von unterhaltsberechtigten Kindern begleitet werden.

Neuseeland führt für jedes Partnerland ein eigenes Programm mit eigener Seite und eigenen Bedingungen. Manche geben dir genau einen Versuch. Im Programm für Deutschland kannst du dich nicht bewerben, wenn dir schon einmal ein Working-Holiday-Visum erteilt wurde, selbst wenn du es nie genutzt hast.

Kanadas IEC hat drei Kategorien. Working Holiday bringt dir eine offene Arbeitserlaubnis, die für fast jeden Arbeitgeber gilt. Young Professionals und International Co-op (Internship) hängen an einem Jobangebot oder an einem bestimmten Arbeitgeber.

Und in die andere Richtung

Die Abkommen gelten in beide Richtungen, Deutschland ist also auch Zielland. Das Auswärtige Amt nennt Working-Holiday-Programme mit Argentinien, Australien, Brasilien, Chile, Hongkong, Israel, Japan, der Republik Korea, Neuseeland, Taiwan und Uruguay. Bewerben können sich junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren, Staatsangehörige der Republik Korea bis 34. Der Aufenthalt in Deutschland dauert bis zu zwölf Monate.

Ob du als Deutsche oder Deutscher in eines dieser Länder gehen kannst und zu welchen Bedingungen, steht auf der Seite des jeweiligen Partnerlandes. Das neuseeländische Programm für Deutschland ist so ein Fall.

Ein Jugendprogramm mit fester Altersgrenze

Bist du über der Altersgrenze für deinen Pass, ist das Programm für dich zu. Manche geben dir außerdem nur eine Chance, das neuseeländische Programm für Deutschland zum Beispiel. Für den Karriereaufbau ist das Visum auch nicht gemacht: Einschränkungen bei Festanstellung, Studium oder Arbeitgeber sind üblich.

Willst du bleiben, schau dir einen richtigen Aufenthaltstitel an, oder ein Visum für digitale Nomaden, wenn dein Einkommen aus dem Ausland kommt. Prüfe außerdem, ob dein Programm eine Krankenversicherung verlangt. Wenn ja, ist eine Reisekrankenversicherung für den ganzen Aufenthalt die übliche Lösung.

Fang mit dem Visa-Checker an. Danach prüfst du auf der Regierungsseite des Ziellandes, welches Programm für deinen Pass gilt.

Das sind allgemeine Informationen, keine Beratung. Jedes Programm hat eigene Regeln, und die ändern sich oft. Kläre die Details deshalb mit der offiziellen Einwanderungsbehörde, bevor du dich bewirbst oder buchst.

Wo dir das begegnet

  • Auf der Einwanderungsseite eines Ziellandes, die die Partnerländer und die jeweilige Altersgrenze auflistet.
  • Wenn eine Einladungsrunde oder ein Jahreskontingent öffnet und die Plätze schnell weg sind.
  • An der Grenze oder beim Arbeitgeber, wenn du vor dem ersten Arbeitstag deine Visumsauflagen zeigen sollst.

In die Praxis umsetzen

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