Revolut oder N26: Welches Konto fürs Ausland?
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Wenn du ins Ausland ziehst oder ohnehin viel unterwegs bist, fallen zwei App-Konten immer zuerst: Revolut und N26. Auf den ersten Blick wirken sie austauschbar, sind sie aber nicht. Das eine ist ein Multiwährungswerkzeug fürs Reisen, das andere eine echte lizenzierte Bank, die zufällig auf deinem Handy wohnt. Welches besser zu dir passt, hängt an zwei Fragen: Wie viele Währungen fasst du wirklich an, und wie wichtig ist dir echter Einlagenschutz auf deinem Hauptguthaben?
Kurz vorweg, damit das klar ist: Wir nehmen von keinem der beiden Anbieter Geld, und es gibt hier keinen Sieger zu krönen. Beide sind gut, nur für unterschiedliche Leute. Preise, Tarifnamen und FX-Grenzen ändern sich ständig und unterscheiden sich je nach Land, also lies jede Zahl hier als Planungsschätzung und prüfe den Live-Wert auf der Preisseite des jeweiligen Anbieters.
Der wichtigste Unterschied: Bank oder E-Geld
N26 ist eine voll lizenzierte deutsche Bank (BaFin-reguliert). Dein Euro-Guthaben liegt also auf einem echten Bankkonto, das über die deutsche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde geschützt ist. Revolut hält in einigen Regionen eine Banklizenz (unter anderem eine litauische EU-Lizenz), arbeitet aber in weiten Teilen Europas als reguliertes E-Geld. Dort wird dein Geld auf Kundenkonten abgesichert, was nicht dasselbe wie eine Einlagenversicherung ist. Wenn dir Einlagenschutz in Bankqualität auf deinem Hauptguthaben wichtig ist, solltest du das für dein konkretes Land zuerst prüfen.
Währungen, FX und Geldautomaten
Beim Thema Währungen ist Revolut klar das stärkere Werkzeug: Du hältst Guthaben in 25 Währungen in der App und rechnest zwischen ihnen um. N26 ist Euro-only, ein sauberes Euro-Konto ohne Multiwährungshaltung. Für Freiberufler, die Zahlungen von Auslandskunden in Dollar oder Pfund bekommen, kann genau das den Ausschlag geben: In Revolut landet das Geld in der passenden Währung, und du entscheidest selbst, wann du umrechnest.
Bei den laufenden Gebühren lohnt der genaue Blick. Revolut nutzt unter der Woche einen interbankähnlichen Kurs, mit einer monatlichen gebührenfreien FX-Grenze im Gratistarif und danach etwa 0,5 % und mehr. Am Wochenende kommt ein Aufschlag dazu, die unbegrenzten Tarife sind also unter der Woche unbegrenzt, nicht jeden Tag. N26 rechnet Kartenzahlungen im Ausland auf den meisten Tarifen zum reinen Mastercard-Kurs ohne N26-Aufschlag ab, was einfacher zu überblicken ist.
Am Geldautomaten messen beide die Gratisabhebungen im günstigeren Tarif. Bei Revolut gibt es ein monatliches Freikontingent, danach etwa 2 % im Gratistarif (höhere Grenzen in den bezahlten Tarifen). Bei N26 hast du eine Anzahl freier Abhebungen pro Monat, danach eine Pauschale. Wenn du oft Bargeld ziehst, vergleiche die konkrete Freimenge auf genau dem Tarif, den du nehmen würdest, nicht die Schlagzeile.
Was die Tarife kosten
Beide fahren ein kostenloses Grundkonto plus mehrere bezahlte Stufen, deren Preise sich je nach Land unterscheiden. Grob reichen die bezahlten N26-Tarife bis etwa 17 € im Monat, die bezahlten Revolut-Tarife bis etwa 55 € im Monat. Revolut greift damit höher, packt in die oberen Stufen aber auch mehr hinein (Reiseversicherung, höhere FX- und Automatengrenzen, Extras), während die N26-Tarife meist günstiger bleiben und sich auf Reiseversicherung und Partnerangebote konzentrieren.
Weil Tarifnamen, Monatspreise und die Zahl der Gratisabhebungen sich laufend ändern und von Land zu Land abweichen, nennen wir hier bewusst keine einzelne Euro-Zahl pro Stufe, die dich in die Irre führen könnte. Öffne die Preisseite des jeweiligen Anbieters für dein Wohnland und vergleiche die Stufe, die du wirklich nehmen würdest, nicht die Schlagzeile.
Der Deutschland-Vorteil von N26
Ziehst du konkret nach Deutschland, spielt N26 zu Hause. Als deutsche Bank mit voller Lizenz bekommst du eine deutsche IBAN, die Vermieter, Arbeitgeber und Lastschriftsysteme ohne zweiten Blick akzeptieren, und dein Euro-Guthaben liegt unter der deutschen Einlagensicherung bis 100.000 €. Genau die Reibung mit nicht-lokalen IBANs, die Leute anderswo ausbremst, fällt damit weg. N26 bedient weite Teile der EU und des EWR plus ein paar weitere europäische Märkte, dieselbe Logik gilt also über den Großteil der Eurozone hinweg, nicht nur in Deutschland.
Ein Hinweis, der oft untergeht: Eine nicht-lokale IBAN darf im SEPA-Raum eigentlich nicht abgelehnt werden (die sogenannte IBAN-Diskriminierung ist verboten), in der Praxis passiert es trotzdem hin und wieder. Revolut vergibt in einigen Märkten landeslokale IBANs, in anderen eine litauische. Wenn du dich auf reibungslose Lastschriften und Gehaltszahlungen verlassen musst, kann ein lokales IBAN den Ausschlag geben.
Revolut kann auch in Deutschland der bessere Reisebegleiter sein, wenn dein Einkommen in mehreren Währungen ankommt. Für ein normales Euro-Gehalt auf ein deutsches Konto ist N26 aber das natürlichere Hauptkonto. Viele im Ausland fahren beides parallel: N26 oder eine lokale Bank für Gehalt und Miete, Revolut für Währungsjonglage und Reisen.
Für wen sich was lohnt
Nimm Revolut, wenn du in mehreren Währungen verdienst oder ausgibst oder viel herumkommst. Es ist das stärkere Reise- und Multiwährungswerkzeug, reicht weiter über Europa hinaus (UK, USA, Australien, Singapur, Japan und mehr) und hebt in den bezahlten Tarifen die FX- und Automatengrenzen an. Der Haken: In vielen Ländern läuft es als E-Geld, dein Guthaben ist also abgesichert statt bankversichert.
Nimm N26, wenn du in der Eurozone lebst und ein echtes lizenziertes Bankkonto willst. N26 hat allerdings die kleinere Reichweite und hat sich aus einigen Märkten zurückgezogen (USA und UK), prüfe also, ob es dein Zielland überhaupt bedient.
Und ganz gleich, wofür du dich entscheidest: Mach keines von beiden zu deinem einzigen Konto. App-Konten können bei Betrugsprüfungen einfrieren oder sich mit wenig Vorwarnung aus einem Markt zurückziehen. Ein zweites Konto ist eine günstige Versicherung dagegen, im falschen Moment nicht an dein eigenes Geld zu kommen.
Ob am Ende Revolut, N26, Wise oder deine lokale Bank mehr Sinn ergeben, hängt an deiner Situation. Lass deinen eigenen Fall einmal durch unseren Banking-Picker für Nomaden laufen, um Einlagenschutz, Multiwährungsfähigkeit, Gebühren und Länderabdeckung für genau deinen Fall abzuwägen, und entscheide dann über dein Geld statt über das Marketing.