Glossar
Apostille
Eine Apostille ist eine amtliche Bestätigung, dass eine öffentliche Urkunde (etwa eine Geburtsurkunde oder ein Zeugnis) echt ist, damit ein anderes Land sie ohne weitere Beglaubigung anerkennt. Sie gilt nur zwischen Staaten des Haager Apostille-Übereinkommens.
Wenn du ins Ausland ziehst, glauben die dortigen Behörden einer Urkunde selten einfach so. Sie wollen den Nachweis, dass Unterschrift, Stempel oder Siegel darauf echt sind. Die Apostille ist der standardisierte Weg, ihnen genau das zu liefern: Eine zuständige Stelle im Ausstellungsland heftet ein Zertifikat an, das die Herkunft der Urkunde bestätigt. Einmal mit Apostille versehen, wird das Dokument in jedem anderen Mitgliedsstaat des Haager Übereinkommens ohne zusätzliche Schritte akzeptiert.
In Deutschland solltest du eines gleich wissen: Welche Stelle die Apostille erteilt, hängt von der Art der Urkunde und vom Bundesland ab. Für gerichtliche und notarielle Urkunden ist meist der Präsident des zuständigen Landgerichts zuständig, für Urkunden der Standesämter und Verwaltungsbehörden je nach Land das Regierungspräsidium oder die Bezirksregierung, und für Urkunden des Bundes das Bundesamt für Auswärtige Angelegenheiten (BfAA). Beim falschen Amt zu landen kostet dich nur eine Runde, aber das ist eine Runde, die du dir mitten im Umzug gern sparst.
Am häufigsten brauchst du sie für Urkunden, die belegen, wer du bist oder was du getan hast: Geburts- und Heiratsurkunden, das polizeiliche Führungszeugnis, Hochschulzeugnisse, notariell beglaubigte Vollmachten. Solche Papiere tauchen bei einem Umzug ständig auf, von der Anmeldung beim Einwohnermeldeamt bis zur Kontoeröffnung. Oft liegt sie direkt neben deinem Finanzierungsnachweis und den übrigen Unterlagen, wenn du einen Aufenthaltstitel beantragst.
Den Haken übersehen viele: Die Apostille bestätigt nur, dass die Urkunde echt ist. Über den Inhalt sagt sie nichts: weder, dass er übersetzt ist, noch, dass er für deinen Zweck rechtlich ausreicht. Viele Länder verlangen zusätzlich eine beglaubigte Übersetzung, manchmal von einem im Zielland vereidigten Übersetzer. Und wenn das Land, in das du ziehst, dem Haager Übereinkommen nie beigetreten ist, hilft dir eine Apostille gar nichts. Dann brauchst du die vollständige „Legalisation“ über Botschaften und Konsulate, und die ist langsamer und teurer.
Dauer und Kosten unterscheiden sich stark nach Land und Urkundenart, schieb das also nicht auf die letzte Woche. Fang früh an, deine Apostillen zu sammeln, und prüfe bei jeder Urkunde, ob sie eine Gültigkeitsfrist hat (das Führungszeugnis zum Beispiel wird häufig nur anerkannt, wenn es höchstens drei bis sechs Monate alt ist). Wenn du dir aufschreibst, welche Dokumente dein Umzug verlangt, hilft dir der Umzugs-Assistent dabei zu sehen, wo Apostillen ins Spiel kommen, neben Schritten wie dem Beantragen einer Steueridentifikationsnummer. Das sind allgemeine Informationen und keine Rechtsberatung, kläre die genauen Anforderungen also mit der ausstellenden Behörde oder einer fachkundigen Person ab.
Wo dir das begegnet
- Beim Landgericht, beim Regierungspräsidium oder beim Bundesamt für Auswärtige Angelegenheiten, je nach Urkunde, wenn du vor der Abreise den Apostille-Stempel beantragst.
- Während eines Aufenthalts- oder Visumantrags im Ausland, wenn die Behörden beglaubigte Kopien deiner Geburtsurkunde oder deines Führungszeugnisses verlangen.
- Bei der Einschreibung an einer ausländischen Hochschule oder der Anerkennung eines Abschlusses, wo das Zeugnis mit Apostille versehen und oft übersetzt werden muss.
Verwandte Begriffe
In die Praxis umsetzen
Zuletzt geprüft:
Quellen
- HCCH (Haager Konferenz für Internationales Privatrecht): Apostille Section
- HCCH: Wortlaut des Haager Apostille-Übereinkommens von 1961, bestätigt werden Unterschrift, Eigenschaft des Unterzeichners und Siegel
- HCCH: Statustabelle des Apostille-Übereinkommens (Vertragsstaaten)
- Auswärtiges Amt: Internationaler Urkundenverkehr, Apostille-Behörden in Deutschland, für Urkunden des Bundes das Bundesamt für Auswärtige Angelegenheiten (BfAA)
Voymo bietet allgemeine Informationen, die dir bei der Organisation deines Umzugs helfen. Es ist keine Rechts-, Steuer- oder Einwanderungsberatung, prüfe vor jeder Entscheidung immer eine offizielle Quelle oder eine qualifizierte Fachperson.